Fördertipp zum Kaffee #87: Stiftung Deutsches Hilfswerk: Quartiersentwicklung

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Mit den Erlösen aus dem Losverkauf fördert die Deutsche Fernsehlotterie soziale Projekte in ganz Deutschland. Die Förderungen erfolgen dabei über die Stiftung Deutsches Hilfswerk.

Die Stiftung fördert Maßnahmen und Einrichtungen für Personen, die aufgrund ihrer speziellen gesundheitlichen und sozialen Situation der Hilfe bedürfen. Dazu gehört auch die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern, die unmittelbar für Einrichtungen/Maßnahmen aus dem zu fördernden Kreis der Kinder-, Jugend-, Familien-, Alten-und Gesundheitshilfe tätig sind.

Einen thematischen Schwerpunkt legt die Stiftung Deutsches Hilfswerk auf die Förderung von Projekten im Bereich der Quartiersentwicklung. Ziel der Quartiersentwicklung ist es, die Lebensumstände der im Quartier lebenden Menschen zu verbessern. Es sollen nicht einzelne Zielgruppen isoliert in den Blick genommen werden, sondern im Sinne „inklusiver Quartiere“ eine größtmögliche Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe entwickelt werden.

 Sechs Handlungsfelder zur Quartiersentwicklung sind zu berücksichtigen, weiterzuentwickeln oder aufzubauen, bspw.:

Tragende soziale Infrastruktur 

  • soziale Beziehungen
  • Nachbarschaftsarbeit /begegnung (insbesondere mit Hilfe des bürgerschaftlichen Engagements)
  • Austausch (engagierte BürgerInnen)

Generationsgerechte räumliche Infrastruktur

  • barrierefreie und öffentliche Räume (Infrastruktur)
  • Treffpunkte zur Begegnung, beim Einkaufen, Sport, Spiel, Kiosk, etc.
  • Gemeinschaftsangebote

Bedarfsgerechte Wohnangebote

  • ausreichend (barrierefreie) Angebote
  • spezielle Wohnformen für besondere Bedarfe im Quartier (z. B. Wohngruppenangebote)
  • bei Mobilitätseinschränkungen

Bedarfsgerechte Angebote

  • haupt-und ehrenamtliche Leistungen
  • ausreichende Abstimmung von bestehenden und geplanten Angeboten
  • Vermeidung von Doppelstrukturen Wohnortnahe Beratung und Begleitung
  • Angebote für umfassende Beratung und Begleitung (bspw. Auspflege von Versorgungslücken)
  • lokale, soziale und präventive Beratungsangebote (niedrigschwellige Angebote vor Ort, kulturelle Angebote, spezifische Unterstützungsangebote, etc.)

Wertgeschätztes gesellschaftliches Umfeld

  • Tolerantes, solidarisches Miteinander-Füreinander aller Generationen
  • Zugehörigkeit zum Quartier und seinen Menschen
  • Stärkung des „Wir-Gefühls“ innerhalb des Quartiers
  • Hilfen und/oder Entlastungen
  • Nachbarschaftliche Hilfen aus Eigeninitiative

Ein Zuschuss für die Umsetzung eines Konzeptes für eine Maßnahme zur Quartiersentwicklung kann zunächst bis zu 3 Jahren ausgesprochen werden. Die Höhe der Förderung wird auf der Grundlage des einzureichenden Kostenplanes bestimmt. Neben dem Konzept ist ein Maßnahmen-Plan zu erstellen, der die Tätigkeitsfelder zeitlich einordnet und erfasst. Aus ihm muss der erforderliche Bedarf des Stellenprofiles für die beantragte Fördermaßnahme abgeleitet werden können.

Wird eine Maßnahme der Quartiersentwicklung beantragt, die nicht alle Handlungsfelder berücksichtigt, kann je nach Umfang ein Stellenanteil von bis zu 75% als förderfähig angesehen werden. Wird eine Maßnahme der Quartiersentwicklung vorgestellt, die alle sechs Handlungsfelder berücksichtigt, kann ein Zuschuss mit einem Stellenanteil von bis zu 100% gefördert werden. Sachkosten können entweder pauschal in Höhe von 15% der Personalkosten oder in Form von Einzelnachweisen beantragt werden.

Auf einen Blick:

Antragsfrist:
keine
Zuwendungsempfänger:
Gefördert werden sowohl gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen, die den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege angehören oder angeschlossen sind, als auch freie Träger. Gefördert werden nur Aktivitäten freier gemeinnütziger Träger, die vom Finanzamt gemäß § 5 Absatz 1 Ziffer 9 KStG von der Körperschaftssteuer freigestellt sind; Privatpersonen und Einrichtungen der öffentlichen Hand haben grundsätzlich keine Möglichkeit, Anträge zu stellen und eine Förderung zu erhalten. Kommunen können als Kooperationspartner auftreten.
Zuwendung: Zweckgebundener Zuschuss; maximal 300.000 Euro; bei Personalkosten i.d.R. bis zu 80 % der Gesamtkosten. Für die Umsetzung investiver Maßnahmen können zusätzliche Gelder beantragt werden: bei Baumaßnahmen i.d.R. bis zu 33 % der Gesamtkosten; bei Investitionen in die Ausstattung i.d.R. bis zu 50 % der Gesamtkosten

Diese und weitere Informationen sowie die entsprechende Förderleitlinien finden Sie auf der Seite der Deutschen Fernsehlotterie.

Alle Fördertipps sind auch als Download verfügbar.

Gerne unterstütze auch ich Sie im Rahmen des Regionalmanagements bei der Antragstellung.

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