Ländliche Entwicklung in der Praxis: Ein Besuch im Dorfladen Vehrte

Gruppenfoto des Treffens im Dorfladen

Ländliche Entwicklung und das ILEK in Aktion erleben – das war der Grundgedanke einer Exkursion, die die Bürgermeister der Hufeisen-Region, das Regionalmanagement sowie VertreterInnen des Amts für regionale Landesentwicklung im Rahmen der regelmäßig tagenden „Bürgermeisterrunde“ am 21. Februar 2018 veranstaltet haben.

Das Ziel der Exkursion war der Dorfladen Vehrte, der 2017 in einer ehemaligen Sparkassen-Filiale eingerichtet wurde und die Nahversorgung für die 3.000 Bürgerinnen und Bürger im Belmer Ortsteil Vehrte sicherstellt. Der Dorfladen ist täglich, auch sonntags, geöffnet und bietet neben 2.000 Produkten des täglichen Bedarfs auch Kaffee und Kuchen in einem kleinen Bistro mit 14 Sitzplätzen an. Betrieben wird der Dorfladen über ein Genossenschaftsmodell, das die Mitgliedschaft im Verein an den Erwerb von Anteilen koppelt. Es sind rund 340 Anteile gekauft worden.

Viele der Mitglieder waren maßgeblich am Aus- und Aufbau der alten Sparkassen-Filiale zum Dorfladen beteiligt und unterstützen beispielsweise durch das Backen vom Bistrokuchen und bei der Annahme und Sortierung der neuen Ware für den Dorfladen.

Der Aufbau des Dorfladens wurde als Projekt der ländlichen Entwicklung aber auch finanziell gefördert, unter anderem über die ZILE-Richtlinie – und hier kommt die ILE-Region ins Spiel: Als Ortsteil der ILE-Kommune Belm profitierte der Dorfladen von einem erhöhten Förderbonus, den es ohne den Zusammenschluss zur ILE-Region Hufeisen nicht geben würde. Mit diesem Bonus honoriert das Land Niedersachsen Projekte und Vorhaben, die zur Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) beitragen.

Ein Best-Practice-Beispiel für nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum also? Definitiv: Der Dorfladen schließt eine eklatante Lücke in der örtlichen Daseinsvorsorge und hat nebenbei Arbeitsplätze geschaffen – die Filialleitung, die Vertreterin sowie drei weitere Mitarbeiterinnen auf 450-Euro-Basis arbeiten mittlerweile hier.

Die wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln steht gerade im ländlichen Raum angesichts des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. „Der Dorfladen ist die Kontaktstelle vor Ort, er sorgt für eine engere Dorfgemeinschaft und macht ländliche Wohnorte attraktiver“ so Inge Drachenberg vom Dorfladen. Bereits schon heute sind einige der Waren aus der Region für die Region. Der Trend zu lokalen Produkten stärkt die lokalen Wirtschaftskreisläufe. Infos auch unter: www.projektnetzwerk-niedersachsen.de/dorfladen-vehrte

Bildrechte: Britta Hofmann/Dorfladen Vehrte

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